Mein Künstlerportrait in der AZ
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Heute ist mein Künstlerportrait in der AZ Coesfeld erschienen. Es ist ein eigenartiges Gefühl, die eigene Geschichte zwischen politischen Schlagzeilen, lokalen Nachrichten und Alltäglichem gedruckt zu sehen. Kunst, die sonst aus Schichten von Tee, Erde und Pigment entsteht, steht plötzlich schwarz auf weiß.
Die letzten Wochen waren stiller. Nach dem Tod meines Vaters hat sich mein Inneres verlangsamt und mit ihm auch mein Arbeiten. Trauer ordnet Prioritäten neu. Sie nimmt Raum ein, den man nicht verhandeln kann. Im Atelier bedeutete das weniger Produktion dafür mehr Aushalten und Schauen, mehr Dasein.
Vielleicht ist genau das der Kern dessen, was im Artikel mit „Ich setze mir keine Grenzen“ gemeint ist. Es geht für mich nicht um Größe oder Tempo, sondern darum, mir zu erlauben, mich zu verändern. Pausen zu akzeptieren. Prozesse nicht zu beschleunigen, nur weil der Kalender es verlangt.
Wenn ich heute auf den Weg zurückblicke vom improvisierten Atelier im Schlafzimmer bis zum eigenen Raum mit Blick auf den Kirchturm, dann sehe ich keine gerade Linie. Ich sehe tatsächlich Schichten. Zweifel neben Mut, Verlust neben Neubeginn. Und immer wieder dieses sture, entschlossene Weitergehen.
Ich bin dankbar für die Wertschätzung hier vor Ort, für das ehrliche Interesse an meiner Arbeit und für alle, die mich begleiten. Sichtbarkeit fühlt sich anders an, wenn man weiß, was sie gekostet hat und was sie getragen hat.
Am 12. April um 11 Uhr lade ich herzlich zur Vernissage auf den Alten Hof Schoppmann (Naturschutzzentrum) in Darup ein.